bocksgesang

‚das theater gehoert mitnichten zur uranischen welt des hauptes und des himmels, es gehoert der welt des bauches, der infernalischen und mütterlichen welt, der tiefen erde, der schwarzen welt chthonischer gottheiten. die menschliche existenz entzieht sich nicht weniger der obsession des mütterlichen schoßes als der obsession des todes: sie ist an das tragische nur in dem masse gebunden, in dem sie nicht die negation der feuchten erde ist, aus der sie entstanden ist und zu der sie zurückkehren wird. die groesste gefahr liegt daher im vergessen dieses duesteren untergrundes, der durch die geburt des erwachsenden menschen zerrissen wurde. die groesste gefahr ist, dass die menschen, die aufhören, sich in die finsternisse des schlafes un der mütterlichen tragoedie zu verlieren, vollkommen in ihren nuetzlichen besorgungen aufgehen. die groesste gefahr liegt darin, dass die elenden mittel einer schwierigen existenz als zweck des menschlichen lebens erscheinen. denn der zweck ist nicht das, was erleichtert: er findet sich nicht unter den alltaeglichen verrichtungen: man erfaehrt ihn nur in der nacht des labyrinths. dort zerreissen sich tod und leben gegenseitig wie das schweigen und der blitz. dort muss das monster toeten und selbst den tod empfangen, damit die erde weiterhin mit duesteren explosionen beschaeftigt ist, die nicht aufhoeren, das herz zu fesseln.‘

georges bataille, la mère-tragédie

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