evangelium

3. unselig der arme im geist, denn unter der erde wird er sein, was er jetzt auf der erde ist.

10. glueckselig die nicht nach gerechtigkeit hungern, denn sie wissen, dass unser los, widrig oder gnaedig, ein werk des zufalls ist, und der ist unerforschlich.

18. die taten der menschen verdienen weder das feuer noch den himmel.

19. hasse nicht deinen feind, denn tust du es, bist du gewissermassen sein sklave. dein hass wird nie besser sein als dein friede.

24. uebertreibe nicht den kult der wahrheit; es gibt keinen menschen, der nach ablauf eines tages nicht mehrmals mit recht gelogen hat.

26. widerstehe dem boesen, doch ohne schrecken und ohne zorn. wer dich auf die rechte backe schlaegt, dem kannst du die andere bieten, solange dich nicht die furcht lenkt.

27. ich spreche nicht von rache und nicht von vergebung; das vergessen ist die einzige rache und die einzige vergebung.

33. gib das heilige den hunden, wirf deine perlen vor die saeue; worauf es ankommt, ist geben.

39. die tuer ist es, die waehlt, nicht der mensch.

41. nichts erbaue auf fels, alles auf sand, aber unsere pflicht ist zu bauen, als sei stein der sand..

47. gluecklich die mutigen, die welche mit gleichmut hinnehmen die niederlage oder den beifall.

50. gluecklich die geliebten und die liebenden und die auf die liebe verzichten koennen.

aus fragmente eines apokryphen evangeliums, j.l.borges

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