vermaechtnis

 

als norbert von hellingrath am 14 dezember 1916 bei douaumont fiel, war er 28 jahre alt und hatte das bild von friedrich hoelderlin revolutioniert. aus dem wenig beachteten, schwermuetig-romantischen dichter wurde -durch die entdeckungen und interpretationen hellingraths- der vielleicht bedeutenste dichter deutscher sprache. hellingrath machte ihn nicht nur zum kuender und ahnherren stefan georges, sondern oeffnete ihn auch der literarischen moderne und mordernen philosophie. in seinem vortrag ‚hoelderlins wahnsinn‘ spottet er ueber all jene, die ’spuren des wahnsinns‘ in hoelderlins werk gefunden haben. diese taten es mit ‚der beruhigenden freude, die den kleinen buerger erfuellt, wenn er unter amtlicher beistimmung einen unheimlich grossen verrueckt nennen darf‘. und in einem aphorismus gibt er eine charkteristik aller schlechten leser hoelderlins:

‚die irrsinnsluesternen, die das werk gar nicht suchen; die bequemen, denen die krankheit vorwand ist, nicht mitzugehen; die dummen, denen ihr nichtmitkoennen zeichen der krankheit ist; die unsichern, die, um nicht hereinzufallen, den dummen recht geben.‘

wenn man sich heute  zu keiner dieser kategorien  zaehlen will, so hat man dies vor allem norbert von hellingrath zu verdanken.

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu vermaechtnis

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s