some of us can

wenn man sich den aktuellen (vor)wahlkampf der republikanischen partei in den usa ansieht, muss man sich wahrlich seines ressentimentgeladenen (und einseitigen) antiamerikanismus nicht schaemen. jeder einzelne der bewerber erscheint wie eine witzfigur aus der mottenkiste des ‚ugly american‘. die usa zeigen sich hier mal wieder von jener seite, die mit keinem wort besser beschrieben wird als mit diesem: bigott.

einige kommentatoren haben wohl mit recht behauptet, dass der vorangegangene wahlsieg barack obamas nur auf der verzweiflung der amerikaner waehrend der bushjahre beruhte (nach dem motto: ‚wir sind so verzweifelt, dass wir jetzt sogar einen schwarzen waehlen‘). obwohl es fast nichts erbaermlicheres gibt als ein volk, welches sich als das opfer seiner eigenen wahlentscheidungen inszeniert (schliesslich wurde bush wiedergewaehlt), haben damals viele in obamas kandidatur das gesicht des anderen, des sauberen und sich ewig neu erfindenen amerika sehen wollen. der ‚yes we can‘ optimismus des damaligen wahlkampfes war eben auch ein teil des mythos ‚usa‘: der mythos vom fortschritt und der chancengleichheit aller.

wer heute zum ersten mal die biographie obamas aufschlaegt, wird -von der momentanen stimmung beeinflusst- wohl ein sentimentales und pathetisches buch ueber den (schwarzen) amerikanischen traum erwarten. irrtum! das buch ist realistisch, nuechtern, ehrlich und in der darstellung von zerrissenheit und tragik beinahme schon unamerikanisch. das groesste kompliment, welches man dem autoren machen kann ist, dass ihn seine biographie- wenn die amerikaner ein volk von lesern waeren- wohl damals die praesidentschaft gekostet haette.

obama schreibt nicht nur offen ueber seinen drogenkonsum (immerhin kokain!), sondern betont seinen kontakt zu muslimen, kommunisten und anderen unamerikanischen subjekten. besonders in den kapiteln ueber seine jugend zeichnet er das bild eines oftmals wuetenden, verzweifelten und heimatlosen afroamerikaners. auch am ende des buches scheinen viele wunden offen zu bleiben, der autor verschont den leser bis zum schluss vor  moralin und einer alles ueberdeckenden patriotismussosse. vielleicht haette obama das buch anders geschrieben, wenn er zu diesem zeitpunkt kurz vor der kandidatur zu dem  amt gestanden haette, welches er jetzt innehaelt. ganz sicher haette der heutige praesident der vereinigten staaten es anders geschrieben.

doch nach der lektuere des werkes vermeint man auch heute besser die falten und narben hinter obamas laecheldem fernsehgesicht sehen zu koennen. es bleibt zu hoffen, dass die usa in zukunft nicht wieder zum botox greifen werden. dieses gesicht stand ihnen ganz gut.

„and so the princes fade from earth, scarce seen by souls of men
but tho‘ obscur’d, this is the form of the angelic land.“

william blake, ‚america a prophecy‘

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