jargon und klarheit

die troika des linken bildungsbuergertums in deutschland bestand lange zeit aus theodor w. adorno, walter benjamin und ernst bloch. bei allen gemeinsamkeiten, die die drei freunde inhaltlich aufweisen, liegt doch ihr groesster unterschied in ihren individuellen stilen. einmal gibt es da adorno, dessen stil darin besteht, in einem satz moeglichst viel -und davon auch noch das gegenteil- zu sagen. dann benjamin, dessen alchemistische verbindung von juedischem messianismus und dialektischem materialismus so maches goldstueck hevorgebracht hat, aber in vielem schlicht esoterisch bleibt.

wie anders ist doch dagegen der stil von ernst bloch. einen solchen stil, der gleichzeitig von tiefsinn und klarheit, witz und poesie, traditionsbewusstsein und lebendigkeit gepraegt ist, findet man selten bei linken intellektuellen dieser zeit. bloch soll persoenlich ueber einen grossen charme und ein anziehendes charisma verfuegt haben. das sind zwar keine eigenschaften, die einem bis zur durchsichtigkeit aufgeklaerten genossen gefaellen wuerden, doch haben sie sich gottlob auch in blochs stil niedergeschlagen und diesen damit auch fuer den heutigen leser fesselnd gemacht.

einen kleinen eindruck davon erhaelt man in diesem glanzvollen vortrag. welcher denker vermag heute noch so zu sprechen?

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