anabasis

in seiner anabasis (von griechisch ἀνάβασις hinaufmarsch“) erzaehlt xenophon von den 10.000 griechischen soldaten, die nach der militaerisch zwar gewonnenen, aber durch den tod ihres anfuehrers hinfaellig gewordenen schlacht bei kunaxa (401 v. chr), auf der suche nach ihrer heimat, in der fremde herumirrten.

der philosoph alain badiou hat ganz recht, wenn er in seinem buch ‚das jahrhundert‘ diese situation mit der unseren gleichsetzt. eine der staerksten passagen aus seinem jahrhundertbuch sei hier zitiert:

„eine der bekanntesten szenen der anabasis ist die, wenn die griechen einen huegel erteigen und, endlich das meer erblickend, ‚Θάλαττα, θάλαττα‘ rufen, ‚das meer, das meer!‘. fuer einen griechen ist das meer schon ein stueck heimat. der anblick des meeres indiziert, dass die erfundene irrfahrt vermutlich die kurve einer heimkehr zeichnet, einer noch nicht dagewesenen heimkehr“

als einzelne sind wir odysseus, als gruppe gehoeren wir zu jenen 10.000. die antike welt ist immer gegenwaertig und die suche nach der kommenden vergangenheit ebenso.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s