warum gott in wahrheit jazz hoert

pour anbeta

frueher, als man sich das weltall noch als einen geordneten kosmos vorstellte, als man noch glaubte, dass sich die planeten nach bestimmten unwandelbaren mustern umeinander drehen und man an die unveraenderlichkeit und ewigkeit des ganzen glaubte, fiel es einem sicherlich nicht schwer sich vorzustellen, dass gott an den werken johann sebastian bachs sein vergnuegen haben koennte.

heute, da uns das weltall gar nicht mehr so ordentlich vorkommt, da uns der begriff ‚kosmos‘ naiv und der glaube an ein uni-versum zumindest verdaechtig erscheint, da wir begriffen haben, dass zufall und chaos ein fester bestandteil der natur sind, wuerden wir eher dazu neigen gott fuer einen jazzman zu halten. bzw. einen schritt weiter zu gehen und den jazz (ohne gott) als den besten ausdruck alle innerweltlichen ( denn andere gibt es nicht) vorgaenge zu verstehen.

wie in der natur gibt es im jazz bestimmte wiederkehrenden muster und phrasen, doch gleichen sich diese – wie auch kein fruehling dem anderen gleicht- in ihrer wiederkehr niemals voellig einander. improvisation scheint sowohl im jazz, als auch in der natur der einzig bleibende faktor zu sein. vergessen wir also ein fuer alle mal die idee des einen gottes als kosmischen bademeister und suchen wir unsere trost und unsere erbauung in der mannigfaltigkeit jenes polyversums, welches zu bewohnen uns vergoennt ist. nicht umsonst konnte jack kerouac charlie parker in einem seiner besten gedichte mit dem buddha vergleichen:

And his expression on his face
Was as calm, beautiful, and profound
As the image of the Buddha
Represented in the East, the lidded eyes
The expression that says „All Is Well“
This was what Charlie Parker
Said when he played, All is Well.

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2 Antworten zu warum gott in wahrheit jazz hoert

  1. Christian Ebert schreibt:

    Wenn Gott unsre Welt vollkommen geschaffen hätte, wie Bach die göttliche!
    –E. M. Cioran, Das Buch der Täuschungen

    und mal bei Gelegenheit „Bird“ von Clint Eastwood gucken …

  2. gastonfebus schreibt:

    schoener aphorismus vom alten misepeterstilisten. und ein schoener filmtipp mit einem meiner lieblingsschauspieler. danke!

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