armut

der grosse baskische anarchist lucio urtubia ueber armut:

„die armut ist ein antrieb fuer kreativitaet. damit meine ich nicht die armut, wie sie z.b. in haiti herrscht, wo die menschen aus hunger sogar erde essen. eine so extreme armut macht selbst den winzigsten funken von existenz unmoeglich, sie ist die negation des lebens, der tod. der tod ist nicht kreativ, er kann es nicht sein. ich meine auch nicht die armut, die es heute in unseren laendern gibt, in denen man sozialhilfe bekommen oder arbeit finden kann, zumindest wenn man jung ist. die jugendlichen, die auf der strasse rumhaengen sind arm. aber in ihrem fall ist die armut nicht kreativ, denn sie sind gleichermassen beschuetzt und eingesperrt, und aus diesem eingesperrtsein entsteht nichts kreatives. sie geben sich damit zufrieden, in einer erstickenden realtitaet erbaermlich zu leben.“

aus dem munde irgendeines „liberalen“ politikers waeren diese worte sicher ein skandal, aus dem munde dieses mannes zeugen sie jedoch von grosser weisheit.

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3 Antworten zu armut

  1. Aurel Thun schreibt:

    Als Jüngling hat Hong unter Menschen gelebt, deren ganze Welt das Elend war, in den Abgründen chinesischer Großstädte mit ihr Gewimmel von Kranken, Greisen und Invaliden, mit ihrer Gespensterexistenz einer durch widerliche Nahrung am Scheinleben erhaltenen, durch langsamen Tod aus vertiertem Dasein erlösten Menschheit. Die Stumpfheit und Dumpfheit dieser Wesen ist so ausschließlich von der Sorge um das Erschnappen irgendeines Zufallsbissens erfüllt, daß nicht einmal für den Haß ein Seelenwinkel übrigbleibt. Herz, Gefühl, Würde – alles ist versunken, und nur ganz selten bricht aus der zerlumpt im Staub hockenden Masse ein erstickter Schrei der Verzweiflung, der Rache hervor. Immerhin kann es geschehen, daß in solchen Tiefen etliche der Empörung fähige Charaktere sich bilden. Das sind dann Kerle, aus denen, sobald die Gelegenheit sich bietet, Räuber oder Soldaten werden, und die sich komplizierte Tricks ausdenken, um auf abenteuerliche Weise etwa eines Quantums Tabak habhaft zu werden…In solchen Seelen entwickelt sich zuweilen ein hartnäckiger, brüderlicher Haß- eine trotzige Solidarität, die sie aufrecht erhält bis zu dem Tage, wo irgendeine wankende Armee sich nach plündernden und brandstiftenden Helfern umzusehen genötigt ist.

  2. Aurel Thun schreibt:

    André Malraux, „Die Eroberer“

  3. Christian Ebert schreibt:

    Och nö, mir sind auch subtile Versionen von „Not macht erfinderisch“ suspekt. Den überzeugendsten Erklärungsversuch für „Kreativität“ liefert immer noch Virginia Woolf mit „A Room of One’s Own“. Der nicht gerade unkreative Orson Welles hat in einem Interview mit Studenten auf die Frage, ob seine finanziell angespannte Situation der Arbeit förderlich sei, mit einem sehr schön klaren „Nein“ geantwortet: http://www.ubu.com/film/welles_oneman.html

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