wahrheit, mathem und poem

wenn es heute noch einen denker gibt, den man mit recht als einen „philosophen“ bezeichnen koennte, dann ist es alain badiou. er ist einer der wenigen, die sich von der bewegung der salonphilosophen (henri-lévy, glucksmann…)- die eher durch ihre frisuren als durch die tiefe ihrer gedanken auffallen- wohltuend abhebt. badiou hat in seinem werk sowohl das denken, als auch die kunst wieder ernst zu nehmen versucht und sieht sich -eine provokative geste im 21. jahrhundert- als platonisten.

doch anders als platon spricht er kunst und wissenschaft einen eigenen bezug zur wahrheit zu. badiou ist dabei alles andere als ein affirmativer denker, wagt er es doch, sich als „kommunisten“ (die zweite provokation) zu begreifen und kritisiert er offen die parlamentarische demokratie. er ist damit -wie alle grossen- ein durchaus gefaehrlicher denker.

zwei maenner, die vielleicht zu den vor-denkern badious gehoeren, sind die widerstandskaempfer jean cavaillès (1903-1944) und rené char (1907-1988). beide waren  partisanen der wahrheit. cavaillès bediente sich als mathematiker dabei des mathems, der dichter char des poems. „mathem“ und „poem“ sind zentrale begriffe im werk badious.

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